So funktioniert die ECFA-Frühernteliste: Was sie abdeckt, wer das Zertifikat beantragt, und ob sie für private Online-Einkäufe taugt

HowBridge bietet derzeit ausschließlich den Sammelversand von China (Sammellager in Shenzhen) nach Taiwan an; noch nicht eingerichtet sind eigene Linien in die USA, nach Europa, Japan oder andere Ziele, es gibt keine nutzbare Lageradresse im Ausland, und ebenfalls nicht angeboten werden Transportversicherung (Wertversicherung), Einkaufsvermittlung und Ersteigerung im Auftrag. Das ECFA-Ursprungszeugnis muss vom chinesischen Exporteur bei der zuständigen örtlichen Zertifizierungsstelle beantragt werden; diese Website übernimmt diese Antragstellung nicht; für gewerbliche Einfuhren gibt es separat Unterstützung bei der Zollabwicklung.

📅 Letzte Aktualisierung: 2026-09-04 · ✍️ Redaktionsteam HowBridge Sammelversand · 🛡️ Der Umfang der Liste wurde anhand der Einfuhrzolltarif-Datenbank dieser Website kapitelweise ausgewertet; Vorschriften und Positionszahlen wurden mit offiziellen Bekanntmachungen abgeglichen

Schnellantwort in 30 Sekunden
  • Was ist die Early-Harvest-Liste: Die in Anhang 1 der ECFA aufgeführte „Liste der Waren mit vorgezogenen Zollsenkungen“; Präferenzsätze gelten seit dem 1. Januar 2011, seit dem 1. Januar 2013 liegen alle bei null Zoll. Die aktuelle Konkordanztabelle umfasst 354 Positionen auf taiwanischer und 712 Positionen auf festlandchinesischer Seite (Zollverwaltung 2026-01-20); ECFA selbst wurde nicht beendet, die Festlandseite gab am 2025-12-29 die weitere vorschriftsgemäße Anwendung im Jahr 2026 bekannt.
  • 🔴 Für private Kleinbestellungen ist ECFA in der Praxis kaum nutzbar: Bis zu einem Zollwert von NT$2 000 fällt ohnehin kein Zoll an (unabhängig von ECFA); über NT$2 000 muss für den Vertragszollsatz das Original des Ursprungszeugnisses beigefügt werden, das die chinesische Exportseite beantragt – normale Online-Händler erledigen dieses Verfahren nicht für eine Einzelbestellung. Es ist kein gesetzliches Verbot für Privatpersonen, sondern man bekommt das Dokument im Ablauf schlicht nicht.
  • 🔴 Über 80 Prozent der Early-Harvest-Liste sind Industrierohstoffe und Maschinen: Laut kapitelweiser Auswertung unserer Tarifdatenbank entfallen allein auf Kapitel 29 (organische Chemikalien) 224 Tarifnummern (fast 40 Prozent); zusammen mit Maschinen, Elektrotechnik und sonstigen Chemikalien sind es über 80 Prozent. Kleidung, Schuhe und Taschen, Smartphones, Haushaltsgeräte und Lebensmittel stehen im Grunde nicht auf der Liste.
  • Die Zollsenkungen sind längst abgeschlossen: Die Zölle der Early-Harvest-Liste wurden ab dem 1. Januar 2011 stufenweise gesenkt und lagen spätestens am 1. Januar 2013 vollständig auf dem Endsatz (durchweg 0%). Eine „noch laufende schrittweise Zollsenkung“ gibt es heute nicht.
  • 🔑 Seit 2024 hat China die Senkungen „der Festlandseite für Taiwan“ ausgesetzt – nicht die Richtung dieser Seite: China setzt seit 2024 schrittweise einseitig Zollzugeständnisse für Waren taiwanischen Ursprungs aus (Petrochemie, Textilien, Maschinen usw.). Taiwans Zugeständnisse für Waren aus Festlandchina sind dagegen unverändert (ausdrücklich in der Bekanntmachung des Finanzministeriums vom 2026-01-20). Einkäufe in China mit Versand nach Taiwan sind von diesen Aussetzungen nicht betroffen.
  • Das ECFA-Ursprungszeugnis ist kein gewöhnliches CO: Ein gewöhnliches Ursprungszeugnis belegt nur, „wo hergestellt wurde“, und kann nicht zur Geltendmachung der ECFA-Präferenz verwendet werden; erforderlich ist das spezielle ECFA-Ursprungszeugnis, und bei der Verzollung muss das Original beigefügt werden.
  • Die Präferenz betrifft nur den Zoll, nicht die Umsatzsteuer: Mit dem Vertragszollsatz kann der Zoll auf 0% sinken, doch 5% Umsatzsteuer und die Handelsförderungsgebühr werden weiterhin vorschriftsgemäß erhoben.

Zuerst das Fazit: Taugt das ECFA für private Online-Einkäufe?

Wir stellen diesen Abschnitt an den Anfang, weil die meisten Leute nach „ECFA" suchen, um herauszufinden, ob ihr Einkauf günstiger wird. Die Antwort lautet meist: Nein — aber nicht, weil es gesetzlich verboten wäre, sondern weil sich im Ablauf das notwendige Dokument nicht beschaffen lässt.

Hier muss man ehrlich sein

Das oben Gesagte ist eine aus dem Ablauf abgeleitete praktische Schlussfolgerung, kein ausdrückliches gesetzliches Verbot für Privatpersonen, das ECFA anzuwenden. Wir konnten keine einzige Vorschrift finden, die besagt, „private Express- oder Postsendungen dürfen den Vertragszollsatz nicht anwenden". Der Unterschied liegt darin: Die Vorschriften verbieten die Nutzung nicht, aber der gesamte Ablauf zur Beschaffung des Dokuments liegt beim Exporteur, und der private Verbraucher kann es nicht selbst beantragen. Wer behauptet, „das Gesetz schreibt vor, dass Privatpersonen das ECFA nicht nutzen dürfen", formuliert das ungenau; korrekt ist: „Das Dokument ist nicht zu bekommen, deshalb taugt es nicht."

Was ECFA und die Frühernteliste sind

Das ECFA (Rahmenabkommen über die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Seiten der Straße von Taiwan) ist ein 2010 unterzeichnetes Rahmenabkommen, das zunächst die Richtung festlegt und konkrete Waren und Dienstleistungen dann stufenweise behandelt. Als Erstes in Kraft getreten und mit dem unmittelbarsten Einfluss auf die Einfuhrkosten ist die „Frühernteliste" im Warenhandel — eine Liste von Waren mit vorgezogener Zollsenkung.

🔑 Seit 2024 hat China Teile der Zollsenkung ausgesetzt — aber auf die Richtung achten
  • Festlandchina hat seit 2024 schrittweise und einseitig Zollsenkungen der ECFA-Frühernteliste ausgesetzt: Seit dem 1. Januar 2024 wurden 12 Zolltarifpositionen ausgesetzt (Petrochemie), seit dem 15. Juni 2024 wurde die Aussetzung auf 134 Positionen ausgeweitet (Petrochemie, Textilien, Maschinen, Stahl und Metalle, Transportmittel usw.).
  • 🔴 Ausgesetzt wurde die Senkung „von Festlandchina gegenüber Waren mit Ursprung in Taiwan" — also die Richtung von Taiwan nach Festlandchina.
  • Die Senkungen, die Taiwan auf Waren aus Festlandchina anwendet, haben sich nicht geändert: Die Bekanntmachung des Finanzministeriums vom 20. Januar 2026, veröffentlicht als Reaktion auf die Zolltarifanpassung Festlandchinas, stellt ausdrücklich klar, dass „die von Taiwan gewährten Senkungspositionen unverändert bleiben". Das heißt, die Richtung „in China einkaufen und nach Taiwan schicken lassen" ist von den jüngsten Aussetzungsmaßnahmen nicht betroffen.
  • Auch das Zolltarifkomitee des chinesischen Staatsrats erklärte Ende 2024 beziehungsweise Ende 2025, das ECFA werde im jeweils folgenden Jahr weiterhin planmäßig umgesetzt; das Abkommen als Ganzes wurde nicht beendet, ausgesetzt wurden bestimmte Positionen.

Fazit: Wer Nachrichten liest, dass „China das ECFA aussetzt", und deshalb befürchtet, seine Online-Einkäufe würden teurer, hat die Richtung verwechselt — was den Zugriff auf die Vergünstigung tatsächlich verhindert, ist das zuvor erklärte Problem des Ursprungszeugnisses, nicht diese Aussetzungsmaßnahmen.

Was die Frühernteliste wirklich abdeckt: kapitelweise Auswertung anhand der Zolltarif-Datenbank dieser Website

Das ist die Tatsache, die auf dieser Seite am wichtigsten voranzustellen ist. Zieht man aus dem taiwanischen Einfuhrzolltarif alle Positionen heraus, deren zweite Spalte (Vertragszollsatz) mit CN gekennzeichnet ist, und wertet sie kapitelweise aus, zeigt sich eine sehr klare Verteilung: Die Frühernteliste besteht überwältigend aus Industrierohstoffen und Maschinen; Waren, die Privatpersonen online kaufen, sind kaum enthalten.

ZolltarifkapitelAnzahl PositionenHauptinhalt
Kapitel 29224Organische Chemikalien (verschiedene chemische Rohstoffe, Kältemittel, Zwischenprodukte)
Kapitel 8492Maschinen und mechanische Geräte (Werkzeugmaschinen, Hydraulikzylinder, Komponenten)
Kapitel 8540Elektrogeräte (kleine Elektromotoren und andere industrielle Elektrogeräte)
Kapitel 3833Verschiedene chemische Erzeugnisse (Aktivkohle, Kolophonium usw.)
Kapitel 8729Fahrzeuge und Teile (einschließlich Falträder und Kinderfahrräder)
Kapitel 3219Farbstoffe, Pigmente und Zubereitungen
Kapitel 3917Kunststoffrohstoffe (Polymere in Primärformen)
Kapitel 9015Optische und Präzisionsinstrumente (einschließlich Brillengläser)
Kapitel 2813Anorganische Chemikalien
Kapitel 9512Spielzeug und Sportartikel (Golfausrüstung und diverse Ballsportartikel)
Übrige Kapitel83Klebstoffe, Bürsten, Formen, Duftstoffe, Baumwollgarn, Reifen, Glas und weitere vereinzelte Positionen

Berechnungsmethode: In der mit der Zollverwaltung des Finanzministeriums synchronisierten Einfuhrzolltarif-Datenbank dieser Website summieren sich die 11-stelligen Zolltarifpositionen, deren zweite Spalte (Vertragszollsatz) CN als anwendbares Land ausweist, auf insgesamt 577 (Stand der Erhebung: 2026-09-04).

Drei Erkenntnisse aus dieser Tabelle
  • Chemikalien und Maschinen bilden den Hauptteil: Allein Kapitel 29 (organische Chemikalien) umfasst 224 Positionen, fast 40% des Gesamten; zusammen mit Maschinen (Kap. 84), Elektrogeräten (Kap. 85) und weiteren Chemikalien (Kap. 28, 32, 38) werden über 80% erreicht. Das ist eine Liste, die für industrielle Lieferketten gemacht wurde, kein Einkaufsvorteil für Verbraucher.
  • Konsumgüter sind wenige und verstreut: Tatsächlich gibt es einige Artikel, die auch Privatpersonen kaufen — Falträder und Kinderfahrräder (Kap. 87), Golfausrüstung und Ballsportartikel (Kap. 95), Brillengläser (Kap. 90), Zahnbürsten und andere Bürsten (Kap. 96), duftende Badesalze (Kap. 33) — aber ihre Zahl ist insgesamt sehr gering, und es handelt sich um einzelne Positionen, nicht um ganze Warengruppen.
  • 🔴 Keine Kleidung, Schuhe, Taschen, Mobiltelefone oder Haushaltsgeräte: Diese Kategorien machen beim grenzüberschreitenden Online-Einkauf den größten Umsatz aus und liegen grundsätzlich außerhalb des Senkungsumfangs der Frühernteliste. Wer bei „ECFA kann zollfrei machen" annimmt, das eigene Produkt sei zollfrei, wird meist enttäuscht.

ECFA-Ursprungszeugnis: Wer es beantragt und wie es sich vom gewöhnlichen CO unterscheidet

Das ist der Punkt, der am häufigsten verwechselt wird. Um die ECFA-Zollvergünstigung zu erhalten, erkennt der Zoll das „speziell für das ECFA vorgesehene Ursprungszeugnis" an, nicht ein gewöhnliches Ursprungszeugnis (CO). Beide dienen unterschiedlichen Zwecken und können sich nicht gegenseitig ersetzen.

PunktGewöhnliches Ursprungszeugnis (CO)ECFA-Ursprungszeugnis
VerwendungszweckBestätigt das Herstellungsland der Ware, für allgemeine Verzollung, Dokumenten-Negoziierung, Kundenanforderungen usw.Inanspruchnahme der Zollvergünstigung der ECFA-Frühernteliste
VoraussetzungEs genügt, den Ursprung zu bestätigenDie Position muss in der Frühernteliste enthalten sein und den ECFA-Ursprungsregeln entsprechen
Berechtigt zur Zollvergünstigung?NeinJa (nach Prüfung durch den Zoll zur Anwendung des Vertragszollsatzes)
AntragstellerDie exportierende ParteiDie exportierende Partei (chinesischer Exporteur/Lieferant)

Ursprungsregeln: „Aus China versandt" bedeutet nicht automatisch „Ursprung China"

Rechtsgrundlage und Ablauf richten sich nach den jeweils aktuellsten Bekanntmachungen der Zollverwaltung des Finanzministeriums und des International Trade Administration des Wirtschaftsministeriums; für Einzelfälle wenden Sie sich bitte an die zuständige Behörde oder einen Zollagenten.

Wie man prüft, ob das Gekaufte auf der Liste steht

Verlassen Sie sich weder auf die Produktbezeichnung noch auf Angaben des Verkäufers. Die einzig verlässliche Methode ist, den korrekten 11-stelligen Zolltarifcode zu ermitteln und zu prüfen, ob dessen zweite Spalte CN ausweist.

Hinweis: Der Zolltarifcode bestimmt nicht nur den Zollsatz, sondern auch die Einfuhrbestimmungen (ob Codes wie MW0, C02 usw. aufgeführt sind). Beim Prüfen des Zollsatzes sollten gleich auch die Einfuhrbestimmungen vollständig gelesen werden — sonst kann die Steuerberechnung stimmen, während die Ware sich schlicht nicht versenden lässt.

Die drei häufigsten Fehler und ihre jeweiligen Folgen

Die Inanspruchnahme des Vertragszollsatzes ist eine Art „Erklärung"; eine fehlerhafte Erklärung hat Folgen, doch der Schweregrad dieser drei Fehler ist sehr unterschiedlich — sie dürfen nicht in einen Topf geworfen werden.

① Vergessene Vorlage des Zeugnisses: Vergünstigung entfällt, aber keine Rechtsverletzung

Die Position ist tatsächlich in der Frühernteliste enthalten und erfüllt die Ursprungsregeln, doch bei der Verzollung wurde der Vertragszollsatz nicht geltend gemacht und kein Zeugnis vorgelegt — der Zoll erhebt dann nach dem allgemeinen Satz der ersten Spalte. Das ist kein Verstoß, es wurde lediglich die Vergünstigung nicht genutzt. Die Zollvergünstigung muss bei der Verzollung geltend gemacht und mit Dokumenten belegt werden; sie gilt nicht automatisch.

② Dokumente stimmen nicht mit der Anmeldung überein: Vergünstigung wird nicht gewährt

Stimmen Warenbezeichnung, Zolltarifposition oder Menge auf dem Zeugnis nicht mit Anmeldung und Handelsrechnung überein, gewährt der Zoll den Vertragszollsatz nicht. Betrifft der Sachverhalt eine falsche Angabe von Name, Menge oder Gewicht sowie Qualität, Wert oder technischen Merkmalen der beförderten Ware, fällt dies unter Artikel 37 Absatz 1 Nummer 1 und 2 der Zollschmuggel-Bekämpfungsverordnung (Vorschriftencode G0350029).

③ Vorlage eines unrichtigen Zeugnisses: das schwerwiegendste dieser drei

Ist die Ware tatsächlich nicht auf beiden Seiten ursprünglich, entspricht sie nicht den ECFA-Ursprungsregeln, wurde aber ein unrichtiges Zeugnis erlangt oder verwendet, um die Vergünstigung geltend zu machen, fällt dies unter Artikel 37 Absatz 1 Nummer 3, „Vorlage gefälschter, verfälschter oder unrichtiger Rechnungen oder Belege". Nach demselben Absatz 1 kann bei Vorliegen dieser Umstände bei eingeführten Waren je nach Schwere des Falls eine Geldbuße bis zum Fünffachen des hinterzogenen Einfuhrzolls verhängt, die Ware eingezogen oder beides zusammen angeordnet werden.

Klarzustellen ist: Artikel 37 ist eine Verwaltungssanktion (Geldbuße und Einziehung), keine strafrechtliche Vorschrift; man sollte nicht sagen, man „könne dafür ins Gefängnis kommen". Zudem führt Artikel 37 Absatz 1 „den Ursprung" nicht als eigene Nummer auf; in der Praxis wird ein unrichtiges Ursprungszeugnis unter Nummer 3, „unrichtige Belege", behandelt — diese Unterscheidung muss bei der Nennung der Artikelnummer korrekt sein. Was wirklich zu merken ist: Das Ursprungszeugnis ist eine Bestätigung des Exporteurs über den tatsächlichen Ursprung der Ware, kein handelbares Verzollungshilfsmittel.

Häufig gestellte Fragen zum ECFA

Q1. Gilt ECFA für private Online-Einkäufe in kleinen Mengen?
In der Praxis kaum. Der ECFA-Präferenzzoll gilt für Waren, die formell zur Einfuhr angemeldet werden, denen ein ECFA-Ursprungszeugnis beiliegt und die die Ursprungsregeln erfüllen. Private Kleinbestellungen werden meist per Express oder Postpaket vereinfacht abgefertigt, und ein ECFA-Ursprungszeugnis liegt in der Regel nicht vor – daher ist die Anwendung praktisch schwierig. Wirklich profitieren meist gewerbliche Importe in größeren Mengen, deren Waren tatsächlich auf der Early-Harvest-Liste stehen. Außerdem gilt: Bei einem Zollwert bis NT$2 000 fallen ohnehin weder Zoll noch Umsatzsteuer an – das hat mit ECFA nichts zu tun; darüber wird die gesamte Sendung besteuert. Es scheitert daran, dass man im Ablauf das Dokument nicht bekommt – nicht an einem gesetzlichen Verbot für Privatpersonen.
Q2. Wie viele Positionen umfasst die Early-Harvest-Liste eigentlich? Ich sehe überall andere Zahlen
Das liegt an unterschiedlicher Richtung und Zähleinheit. Beim Inkrafttreten 2011 waren es 267 Positionen für Taiwan gegenüber Festlandchina und 539 Positionen für Festlandchina gegenüber Taiwan, zusammen 806 – daher stammt die Angabe „rund 800 Positionen“. Das ist jedoch eine alte Zählung, die zwei entgegengesetzte Richtungen addiert. Nach der aktuellen offiziellen Konkordanztabelle (aktualisiert am 20. Januar 2026) sind es 354 Positionen auf taiwanischer und 712 Positionen auf festlandchinesischer Seite. Die höhere Zahl entsteht, weil HS-Tarifrevisionen dieselbe laufende Nummer in feinere Tarifnummern aufgeteilt haben – es wurden keine Waren hinzugefügt, und laut offizieller Bekanntmachung ändert sich der Umfang der Zugeständnisse nicht. Unsere Tarifdatenbank zählt außerdem auf Ebene der 11-stelligen Unterpositionen; 577 Tarifnummern tragen in Spalte 2 den Vermerk CN – das ist eine andere Zähleinheit als die offiziellen „Positionen“, beide Angaben widersprechen sich nicht.
Q3. China hat ECFA teilweise ausgesetzt – werden meine Einkäufe aus China dadurch teurer?
Nein – die Richtung ist vertauscht. Was Festlandchina seit 2024 schrittweise einseitig ausgesetzt hat, sind die Zollzugeständnisse Festlandchinas für „Waren taiwanischen Ursprungs“ (im Januar 2024 für 12 Tarifpositionen, im Juni für weitere 134), also die Richtung von Taiwan nach Festlandchina. Taiwans Zugeständnisse für Waren aus Festlandchina sind unverändert – die Bekanntmachung des Finanzministeriums vom 20. Januar 2026 hält ausdrücklich fest, dass sich die Zugeständnisse auf taiwanischer Seite nicht geändert haben. Wenn Sie in China einkaufen und nach Taiwan schicken, sind Sie von diesen Aussetzungen nicht betroffen. Auch ECFA als Ganzes wurde nicht beendet; die chinesische Seite hat bekanntgegeben, das Abkommen 2025 und 2026 weiter vorschriftsgemäß anzuwenden.
Q4. Was ist der Unterschied zwischen einem gewöhnlichen CO und einem ECFA-Ursprungszeugnis?
Ein gewöhnliches Ursprungszeugnis (CO) belegt nur, wo die Ware hergestellt wurde, und dient der normalen Abfertigung, dem Akkreditiv oder Kundenanforderungen – es kann nicht zur Geltendmachung des ECFA-Präferenzzolls verwendet werden. Nur das ECFA-Ursprungszeugnis ist das spezielle ECFA-Dokument; zudem muss die Ware auf der Early-Harvest-Liste stehen und die ECFA-Ursprungsregeln erfüllen, damit bei der Einfuhr nach Taiwan der Vertragszollsatz gilt. Sprechen Sie gegenüber dem Lieferanten ausdrücklich vom „ECFA-Ursprungszeugnis“ und verwenden Sie keine FORM-Buchstabenbezeichnung – keine der beiden Seiten bezeichnet es offiziell mit einer FORM-Nummer, und eine falsche Bezeichnung führt leicht dazu, dass ein Dokument für ein anderes Abkommen ausgestellt wird.
Q5. Wo beantragt man das ECFA-Ursprungszeugnis?
Es wird von der chinesischen Exportseite beantragt; der taiwanische Importeur kann es nicht selbst beantragen. In China nehmen zwei Systeme Anträge entgegen: die Ein- und Ausreise-Inspektions- und Quarantänebehörden sowie der China Council for the Promotion of International Trade (CCPIT). Der Exporteur muss den Antrag vor der Ausfuhranmeldung im eigenen Namen stellen und Handelsdokumente beifügen. Der taiwanische Importeur erhält das Original in der Regel vom chinesischen Exporteur und legt es bei der Verzollung dem Zoll vor. Beachten Sie: Der Zoll akzeptiert nur das Original, eine PDF-Kopie genügt nicht; wer es nicht rechtzeitig vorlegen kann, kann die Ware nach dem Zollgesetz gegen Sicherheitsleistung freigeben lassen und das Dokument nachreichen. HowBridge übernimmt keine Beantragung von ECFA-Ursprungszeugnissen.
Q6. Gelten in China hergestellte Produkte japanischer oder europäischer Marken als chinesischen Ursprungs?
Entscheidend ist der Bearbeitungsgrad, nicht die Nationalität der Marke. ECFA unterscheidet drei Arten von Ursprungswaren: vollständig gewonnene Waren, Waren, die ausschließlich aus Ursprungsmaterialien beider Seiten hergestellt wurden, und Waren aus Nicht-Ursprungsmaterialien, die eine „wesentliche Be- oder Verarbeitung“ erfahren haben. Die dritte Gruppe wird nach produktspezifischen Ursprungsregeln Position für Position beurteilt; Kriterien sind ein Wechsel der Tarifnummer, ein bestimmter Anteil regionaler Wertschöpfung oder bestimmte Verarbeitungsschritte. Erreicht die Herstellung einer Drittlandsmarke in Festlandchina die Schwelle der wesentlichen Be- oder Verarbeitung für den betreffenden Artikel, kann sie daher als festlandchinesischen Ursprungs gelten; bloße einfache Bearbeitung, Verpackung oder Etikettierung genügt nicht. Die Nationalität der Marke und der vom Zoll festgestellte Ursprung sind zwei verschiedene Dinge, und eine solche Einzelprüfung können normale Verbraucher nicht selbst vornehmen.
Q7. Wurde ECFA beendet? Wurde die Early-Harvest-Liste abgeschafft?
ECFA wurde nicht beendet, und auch die Early-Harvest-Liste wurde nicht insgesamt abgeschafft. ECFA wird weiterhin angewendet: Das „Zollanpassungsprogramm 2026“, das die Zolltarifkommission des Staatsrats Festlandchinas am 29. Dezember 2025 veröffentlichte, sieht die weitere vorschriftsgemäße Anwendung von ECFA vor; auch die Zollverwaltung des taiwanischen Finanzministeriums hat am 20. Januar 2026 die Konkordanztabelle an die Tarifanpassung der Gegenseite angepasst. Betroffen sind nur Teile der Zugeständnisse der Festlandseite für Waren taiwanischen Ursprungs (am 1. Januar 2024 für 12 Tarifpositionen ausgesetzt, am 15. Juni für weitere 134) – also die Richtung von Taiwan nach Festlandchina. Taiwans 354 Zugeständnisse für Waren aus Festlandchina sind unverändert; Einkäufe in China mit Versand nach Taiwan sind nicht betroffen.
Q8. Wo kann man die Übersicht der Early-Harvest-Liste herunterladen? Gibt es eine Version zur Suche nach Produktnamen?
Offiziell gibt es nur Konkordanztabellen nach Tarifnummern, keine nach Produktnamen geordnete Übersicht. Für den vollständigen Download besuchen Sie den Bereich „ECFA-Zollzugeständnisse“ der Zollverwaltung des Finanzministeriums; dort finden Sie die Ausgabe 2026 der 8-stelligen Konkordanztabelle der ECFA-Early-Harvest-Liste für beide Seiten (je eine Tabelle Taiwan→Festland und Festland→Taiwan). Für Einzelabfragen nutzen Sie auf der offiziellen ECFA-Website die „Zollsenkungsabfrage der Early-Harvest-Liste“, geben eine 2- bis 8-stellige Warennummer ein und wählen die Richtung „Ausfuhr vom Festland nach Taiwan (Zollsenkung durch Taiwan)“. Die jährlich und nach Kapiteln tatsächlich genutzten Beträge finden Sie in der „Statistik der ECFA-Early-Harvest-Zollzugeständnisse“ auf der Open-Data-Plattform der Regierung. Die Vorgehensweise ist also immer: zuerst die Tarifnummer Ihres Produkts ermitteln, dann mit dieser Nummer die Liste abgleichen.

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Zitierte Quellen

Diese Seite zitiert primäre Quellen von Behörden, Justiz und Wissenschaft aus dem Zollreferenzindex von HowBridge (1 171 Einträge). Jeder Eintrag verweist auf die Originalquelle.

Datenstand des Referenzindex: 2026-08-16