Was unterscheidet FOB und CIF? Wie wählen Sie zwischen den elf Incoterms-2020-Klauseln?

In drei Sätzen erklärt

Erstens: Incoterms sind kein Gesetz, sondern von der Internationalen Handelskammer (ICC) zusammengestellte Handelsklauseln. Sie werden nur herangezogen, wenn Käufer und Verkäufer im Vertrag ausdrücklich „gemäß Incoterms 2020“ vereinbaren. Zweitens: Die elf Klauseln unterscheiden sich lediglich in vier Punkten: Wann geht das Risiko über, wer trägt die Frachtkosten, wer schließt die Versicherung ab und wer übernimmt die Ausfuhr- und Einfuhrzollanmeldung? Bei EXW hat der Verkäufer die geringsten Pflichten, bei DDP die umfangreichsten. Drittens: Für Importeure in Taiwan wirken sich die Klauseln vor allem auf die Abgaben aus – der taiwanische Zollwert wird auf CIF-Basis ermittelt. Wird ein FOB-Preis vereinbart, rechnet der Zoll deshalb die internationalen Fracht- und Versicherungskosten hinzu, bevor er die Abgaben berechnet. Auch bei einer DDP-Vereinbarung bleibt der Empfänger rechtlich Zollschuldner (Artikel 6 des Zollgesetzes: „Zollschuldner ist der Empfänger, der Inhaber des Warenauslieferungsscheins oder der Besitzer der Waren“). Dass der Verkäufer die Abgaben übernimmt, bedeutet nicht, dass Sie die Angaben in der Zollanmeldung außer Acht lassen können.

Was sind Incoterms eigentlich? Sind sie in Taiwan rechtsverbindlich?

Incoterms steht für International Commercial Terms. Die Internationale Handelskammer (International Chamber of Commerce, ICC) erarbeitet diese standardisierten Klauseln. Mit jeweils drei Buchstaben regeln sie besonders streitanfällige Fragen: Wohin muss der Verkäufer liefern, wann geht die Gefahr über, wer trägt welche Kosten und wer übernimmt die Ausfuhr- beziehungsweise Einfuhrzollabfertigung? Die aktuelle Fassung ist Incoterms 2020 mit insgesamt 11 Regeln.

⚠️ Kein Gesetz: Die Regeln gelten erst durch Vereinbarung

Hier liegt das häufigste Missverständnis. Incoterms werden von der privatrechtlichen Organisation ICC erarbeitet und sind weder ein Gesetz noch ein völkerrechtlicher Vertrag; sie besitzen auch keine zwingende Bindungswirkung. Käufer und Verkäufer müssen im Vertrag (Bestellung, Angebot, Akkreditiv) ausdrücklich angeben, welche Fassung gelten soll, beispielsweise „FOB Kaohsiung, Incoterms® 2020“. Erst dann wird die jeweilige Klausel Vertragsbestandteil und bindet beide Parteien. In der rechtswissenschaftlichen Literatur heißt es dazu: Sie „sind weder ein völkerrechtlicher Vertrag noch zwingendes Recht und entfalten daher gegenüber den Vertragsparteien keine zwingende Bindungswirkung“.

Fehlt das Versionsjahr, kann im Streitfall zusätzlich Uneinigkeit darüber entstehen, welche Fassung gilt. Versionsunterschiede können finanzielle Folgen haben; beispielsweise wurde der Mindestversicherungsschutz bei CIP in der Fassung 2020 erhöht. Auch bei vereinbarten Incoterms haben die zwingenden Rechtsvorschriften der jeweiligen Länder (Zollrecht, Ausfuhr- und Einfuhrkontrollen, Steuerrecht) weiterhin Vorrang. Die Klauseln ändern öffentlich-rechtliche Pflichten weder tatsächlich noch rechtlich.

Außerdem ist Incoterms® eine eingetragene Marke der ICC. Der vollständige Regeltext ist urheberrechtlich geschützt; bei formellen Verweisen sollte das Markenzeichen angegeben werden.

Was Incoterms regeln und was sie nicht regeln

Incoterms regeln nur vier Bereiche: Lieferort, Zeitpunkt des Gefahrübergangs, Kostenverteilung sowie Zuständigkeit für Ausfuhr- und Einfuhrzollabfertigung und Genehmigungen. Sie regeln nicht, wann das Eigentum an der Ware übergeht, welche Zahlungsbedingungen und Zahlungsweisen gelten, welche Rechtsbehelfe bei Vertragsverletzungen bestehen, welches Recht und welcher Gerichtsstand gelten oder welche Qualitätsspezifikationen die Ware erfüllen muss. Diese Punkte sind gesondert im Kaufvertrag zu vereinbaren. Die vermeintliche Faustregel „Bei CIF geht das Eigentum mit der Verladung auf das Schiff über“ ist falsch.

Wie werden die elf Klauseln in vier Gruppen eingeteilt?

Traditionell werden die 11 Klauseln nach dem zunehmenden Umfang der Verkäuferpflichten in die vier Gruppen E, F, C und D eingeteilt. Diese Einteilung ist in taiwanischen Lehrmaterialien üblich. Die ICC selbst unterscheidet offiziell dagegen zwei Kategorien: 7 Klauseln für alle Transportarten (EXW, FCA, CPT, CIP, DAP, DPU, DDP) und 4 Klauseln ausschließlich für den See- und Binnenschiffstransport (FAS, FOB, CFR, CIF). Diese zweite Einteilung ist in der Praxis wichtiger: Eine Klausel zu verwenden, die nicht zur Transportart passt, gehört zu den häufigsten Anwendungsfehlern.

GruppeKlauselVollständige BezeichnungTransportartLieferung und Risikoübergang nach allgemeinem Verständnis
Gruppe EEXWEx Works – Ab WerkJede TransportartBei Bereitstellung zur Abholung am Standort des Verkäufers
Gruppe FFCAFree Carrier – Frei FrachtführerJede TransportartBei Übergabe an den vom Käufer benannten Frachtführer
Gruppe FFASFree Alongside Ship – Frei Längsseite SchiffNur See- und BinnenschiffstransportBei Bereitstellung längsseits des Schiffes im benannten Verschiffungshafen
Gruppe FFOBFree On Board – Frei an BordNur See- und BinnenschiffstransportSobald die Ware an Bord des Schiffes verladen ist
Gruppe CCFRCost and Freight – Kosten und FrachtNur See- und BinnenschiffstransportSobald die Ware an Bord des Schiffes verladen ist
Gruppe CCIFCost, Insurance and Freight – Kosten, Versicherung und FrachtNur See- und BinnenschiffstransportSobald die Ware an Bord des Schiffes verladen ist
Gruppe CCPTCarriage Paid To – FrachtfreiJede TransportartBei Übergabe an den ersten Frachtführer
Gruppe CCIPCarriage and Insurance Paid To – Frachtfrei versichertJede TransportartBei Übergabe an den ersten Frachtführer
Gruppe DDAPDelivered at Place – Geliefert benannter OrtJede TransportartBei Ankunft am benannten Ort, entladebereit
Gruppe DDPUDelivered at Place Unloaded – Geliefert benannter Ort entladenJede TransportartNach abgeschlossener Entladung am benannten Ort
Gruppe DDDPDelivered Duty Paid – Geliefert verzolltJede TransportartBei Ankunft am benannten Ort, entladebereit
Das häufigste Missverständnis bei Gruppe C

Bei Gruppe C (CFR/CIF/CPT/CIP) liegen Kostenübergang und Gefahrübergang an unterschiedlichen Punkten: Der Verkäufer bezahlt die Fracht bis zum Bestimmungshafen beziehungsweise Bestimmungsort, doch die Gefahr geht bereits bei der Verladung auf das Schiff beziehungsweise der Übergabe an den ersten Frachtführer auf den Käufer über. Kommt es auf See zu einem Schaden, hat also der Verkäufer die Fracht bezahlt, während der Käufer den Verlust trägt. Genau deshalb sieht Gruppe C Versicherungspflichten vor.

Wo liegen die Verantwortungsgrenzen bei EXW, FOB, CIF und DDP?

Von den elf Klauseln begegnen Importeuren in Taiwan in der Praxis vor allem diese vier. Nachfolgend werden die Verantwortungsgrenzen jeder Klausel erläutert.

EXW Geringste Verkäuferpflichten: Bereitstellung im Werk gilt als Lieferung

Der Verkäufer muss lediglich die Ware an seinem Standort (Werk, Lager) bereitstellen und den Käufer benachrichtigen; selbst die Verladung auf das Fahrzeug gehört nicht zu seinen Pflichten. Der Käufer übernimmt: Organisation von Abholung und Verladung, Ausfuhrzollabfertigung, internationalen Transport, Versicherung, Einfuhrzollabfertigung und Abgaben sowie die Zustellung auf der letzten Meile.
Praktische Schwierigkeit: Die Ausfuhrzollanmeldung muss üblicherweise von einem im Ausfuhrland ansässigen Unternehmen im eigenen Namen vorgenommen werden. Ausländische Käufer können dies oft nicht selbst erledigen; deshalb empfiehlt auch die ICC für grenzüberschreitende Geschäfte die geeignetere Klausel FCA. Die von Lieferanten auf 1688 oder in Yiwu angebotenen „Werkspreise“ entsprechen meist dem EXW-Prinzip.

FOB Für Schiffstransporte: Mit der Verladung an Bord geht die Gefahr über

Der Verkäufer übernimmt: Ausfuhrzollabfertigung, Transport zum benannten Verschiffungshafen und Verladung an Bord. Der Käufer übernimmt: Seefrachtkosten ab Verladung, Versicherung, Einfuhrzollabfertigung und Abgaben sowie die Zustellung nach dem Entladen.
Hinweis: FOB gilt ausschließlich für See- und Binnenschiffstransporte. FOB bei Übergabe eines Vollcontainers am Containerterminal oder bei Luftfracht zu vereinbaren, ist eine häufige Fehlanwendung. Bei Containerübergabe sollte FCA verwendet werden.

CIF Der Verkäufer bezahlt Fracht und Versicherung bis zum Bestimmungshafen, die Gefahr geht jedoch früher über

Der Verkäufer übernimmt: Ausfuhrzollanmeldung, Seefrachtkosten, Abschluss der Versicherung und Bereitstellung der Versicherungspolice sowie den Transport zum benannten Bestimmungshafen. Der Käufer übernimmt: Einfuhrzollanmeldung und Einfuhrabgaben, Entladung und Zustellung auf der letzten Meile.
Wichtiges Detail: CIF verlangt lediglich eine Versicherung mit Mindestdeckung gemäß den Institute Cargo Clauses ICC(C) oder vergleichbaren Bedingungen. Der Deckungsumfang ist begrenzt und umfasst nicht sämtliche Schäden. Bei hochwertigen Waren wird empfohlen, zusätzlichen Versicherungsschutz nach Klauseln mit einem breiteren Deckungsumfang abzuschließen. Außerdem geht das Risiko bereits bei der Verladung an Bord auf den Käufer über, nicht erst bei der Ankunft im Hafen.

DDP Umfassendste Verkäuferpflichten: Auch die Einfuhrabgaben trägt der Verkäufer

Der Verkäufer übernimmt: den gesamten Transport, Ausfuhr- und Einfuhrzollabfertigung, Einfuhrzölle und sonstige Abgaben sowie die entladebereite Bereitstellung am vom Käufer benannten Ort. Der Käufer übernimmt: Entladung und Warenannahme.
Wichtiger Hinweis für Taiwan: DDP ist eine Vereinbarung zwischen Käufer und Verkäufer über die Kostenverteilung. Sie ändert nicht, wer öffentlich-rechtlich Abgabenschuldner ist. Bei einer Einfuhr auf Ihren privaten Namen bleiben Sie der in der Zollanmeldung genannte Abgabenschuldner beziehungsweise Empfänger und tragen weiterhin die Verantwortung für unrichtige Angaben. Die Abgabenzahlung durch den Verkäufer entbindet Sie nicht davon, die Anmeldung zu prüfen.

Welche Faustregel hilft bei der Wahl?

Je besser Sie Transport und Zollabfertigung selbst organisieren können, desto eher eignen sich EXW/FCA (meist niedrigere Gesamtkosten und transparente Informationen). Je mehr Aufwand Sie vermeiden möchten und je weniger Sie mit dem Einfuhrverfahren vertraut sind, desto eher eignen sich DAP/DDP (höherer Stückpreis, dafür übernimmt die andere Partei Risiken und Nebenkosten). Vermeiden sollten Sie vor allem Klauseln, die nicht zur Transportart passen – etwa FOB bei Luftfracht oder Containertransport.

Wie beeinflussen die Lieferbedingungen den Zollwert in Taiwan?

Dieser Abschnitt fehlt in vielen Incoterms-Erläuterungen, ist für Importeure in Taiwan finanziell aber besonders relevant. Die Bemessungsgrundlage des taiwanischen Zolls heißt Zollwert. Nach Artikel 29 des Zollgesetzes wird er auf Grundlage des Transaktionswerts der eingeführten Waren berechnet. Dabei sind ausdrücklich Fracht-, Lade-, Entlade- und Umschlagkosten bis zum Einfuhrhafen (Absatz 3 Nummer 5) sowie Versicherungskosten (Nummer 6) in den Zollwert einzubeziehen. Es gilt also die CIF-Basis. Die vereinbarte Klausel beeinflusst daher unmittelbar die dem Zoll vorgelegte Abgabenbemessungsgrundlage.

🔴 Taiwanische Zollanmeldungen akzeptieren nur 6 Preisbedingungen, keine 11 – FCA, DAP und DDP müssen zuerst umgerechnet werden

Dies ist der größte Unterschied zwischen der taiwanischen Zollpraxis und den Incoterms und wird im chinesischsprachigen Internet besonders selten klar erläutert. Nach den Ausfüllhinweisen der Zollverwaltung zu Feld (39) der Einfuhrzollanmeldung (NX5105) im „Handbuch zur Zollanmeldung vorangemeldeter Waren – Einfuhrteil“ gilt: Ist die Preisbedingung auf der Rechnung keine der folgenden 6, muss sie vor der Anmeldung in eine davon umgerechnet werden:
FOB (Preis frei an Bord, ohne Fracht und Versicherung), FAS (Preis frei Längsseite Schiff), CFR (Preis einschließlich Fracht), C&I (Preis einschließlich Versicherung), CIF (Preis einschließlich Fracht und Versicherung bis zum Einfuhrhafen), EXW (Ab-Werk-Preis; nur zulässig, wenn sämtliche Warenstückpreise auf der Rechnung EXW-Preise sind).

⚠️ Beachten Sie: C&I ist ein eigener Bedingungscode der taiwanischen Zollanmeldung und gehört nicht zu den 11 Incoterms-Klauseln. Umgekehrt können die 6 Klauseln FCA, CPT, CIP, DAP, DPU und DDP nicht direkt in die Zollanmeldung eingetragen werden.

Die Pressemitteilung der Zollverwaltung vom 2019-12-11 nennt ein konkretes Beispiel: Wird vertraglich FCA vereinbart, trägt der Käufer nach den Incoterms die Umschlag-, Lade- und Entladekosten, die nach Übergabe an den von ihm benannten Frachtführer und vor Verlassen des Hafens entstehen. Erfolgt die Zollanmeldung auf FOB-Basis, muss das Unternehmen diese Kosten selbst hinzurechnen und im Feld „Hinzuzurechnende Kosten“ eintragen sowie Fracht und Versicherung gesondert anmelden. Werden diese Angaben ausgelassen, wird der Zollwert zu niedrig angemeldet.

⚠️ Auch bei DDP bleiben Sie Abgabenschuldner; bei Unklarheiten zur Anmeldung können Sie eine Vorabprüfung des Zollwerts beantragen

Die auf offiziellen Websites ausländischer Marken häufig verwendete Angabe „Versand nach Taiwan, Abgaben inklusive“ entspricht im Kern DDP. Der Käufer muss die Abgaben tatsächlich nicht selbst entrichten, doch dies ist eine privatrechtliche Kostenvereinbarung. Zollschuldner in der Zollanmeldung bleiben Sie: Nach Artikel 6 des Zollgesetzes ist der Zollschuldner der Empfänger, der Inhaber des Warenauslieferungsscheins oder der Besitzer der Waren. Auch das Risiko von Abgabennachforderungen und Sanktionen bei unzutreffenden Warenbezeichnungen oder Preisangaben bleibt bei Ihnen.

Zwischen den Preisfeldern der Zollanmeldung besteht ein eindeutiger rechnerischer Zusammenhang: CIF-Wert(22) = FOB-Wert(17) + Frachtkosten(18) + Versicherungskosten(19) + Hinzurechnungen(20) − Abzüge(21). Enthält die Rechnung einen CIF-Betrag, müssen Sie Fracht- und Versicherungskosten abziehen, bevor Sie den Betrag in (17) eintragen. Bei EXW müssen zusätzlich die inländischen Frachtkosten vom Werk bis zum Ausfuhrhafen, die Kosten der Zollanmeldung und andere „EXW-Hinzurechnungen“ in (20) eingetragen werden.

💡 Wenn Sie gewerblich importieren und Fragen zur Preisangabe in der Zollanmeldung haben, können Sie gemäß Artikel 36-1 des Zollgesetzes vor der Einfuhr der Waren unter Vorlage entsprechender Nachweise bei der Customs Administration, Ministry of Finance eine Vorabprüfung der Zollwertermittlung beantragen. Der Zoll antwortet schriftlich; bei Einwänden kann vor der Einfuhr eine erneute Prüfung beantragt werden. Dies ist erheblich günstiger als eine nachträgliche Wertprüfung mit Abgabennachforderung.

Welche verbreiteten Aussagen sind tatsächlich falsch?

Die folgenden sechs falschen Aussagen sind im chinesischsprachigen Internet besonders verbreitet und können leicht tatsächliche Verluste verursachen.

DDU „DDU gehört zu den Incoterms-2020-Klauseln“ Bereits ersetzt

Falsch – und dieser Fehler findet sich in vielen chinesischsprachigen Lehrmaterialien, einschließlich der früheren Fassung dieser Seite. DDU (Delivered Duty Unpaid) wurde bereits mit den Incoterms 2010 gestrichen und gehört nicht zu den 11 Klauseln der Fassung 2020. Seine Funktion wurde von DAP übernommen. Dabei handelt es sich ausdrücklich um eine Übernahme der Funktion, nicht um eine Umbenennung (eine tatsächliche Umbenennung ist DAT→DPU). In der Branche wird umgangssprachlich weiterhin häufig „DDU“ verwendet. In formellen Verträgen sollten Sie jedoch DAP angeben, da Sie sich sonst im Streitfall auf keine aktuelle Klausel berufen können.

EXW „Bei EXW übernimmt der Verkäufer die Ausfuhrzollabfertigung“ Zuständigkeit

Das Gegenteil ist richtig. Bei EXW ist die Ausfuhrzollabfertigung Pflicht des Käufers und geht zu seinen Kosten. Der Verkäufer muss die Ware lediglich an seinem Standort bereitstellen. In der Praxis können ausländische Käufer im Land des Verkäufers oft keine Zollanmeldung im eigenen Namen vornehmen. Genau deshalb empfiehlt die ICC für grenzüberschreitende Geschäfte FCA.

FCA „In Taiwan kann die Zollanmeldung direkt mit FCA/DAP/DDP erfolgen“ NX5105 Feld(39)

Nein. Die taiwanische Einfuhrzollanmeldung akzeptiert nur die sechs Preisbedingungen FOB, FAS, CFR, C&I, CIF und EXW. Andere Klauseln müssen vor der Anmeldung in eine davon umgerechnet werden; die Differenz ist im Feld „Hinzuzurechnende Kosten“ einzutragen. Bei der Umrechnung von FCA auf FOB müssen beispielsweise die vor Verlassen des Hafens anfallenden Umschlag-, Lade- und Entladekosten selbst hinzugerechnet werden.

FOB „FOB lässt sich für jede Transportart verwenden“ Anwendungsbereich

FOB gehört zusammen mit FAS, CFR und CIF zu den vier Regeln, die ausschließlich für See- und Binnenschiffstransporte gelten. Wird FOB fälschlich für Luftfracht oder die Übergabe am Containerterminal verwendet, lässt sich der Gefahrübergang „Verladung an Bord des Schiffes“ nicht feststellen. Verwenden Sie bei Containerübergabe FCA, bei Luftfracht FCA/CPT/CIP.

CIF „CIF enthält eine Versicherung, deshalb muss der Verkäufer beschädigte Ware ersetzen“ Versicherungsumfang

Hier liegen zwei Fehler vor. Erstens: Bei CIF geht das Risiko bereits bei der Verladung an Bord auf den Käufer über. Schäden auf See trägt der Käufer; er kann lediglich Entschädigung von der Versicherung verlangen. Zweitens: CIF verlangt nur die Institute Cargo Clauses ICC(C) mit Mindestdeckung, deren Deckungsumfang begrenzt ist. Die Fassung 2020 hat die Mindestanforderung an den Versicherungsschutz bei CIP auf die umfassendere Deckung nach ICC(A) angehoben, während CIF unverändert bleibt. Die Anforderungen stimmen somit nicht mehr überein.

Versicherungskosten „Bei der Zollanmeldung müssen Versicherungskosten immer prozentual hinzugerechnet werden“ NX5105 Feld(19)

Nein. Im Versicherungsfeld der Zollanmeldung ist der tatsächlich gezahlte Betrag laut Rechnung, Versicherungsunterlagen oder Prämienquittung anzugeben. Wurde keine Versicherung abgeschlossen und keine Versicherungsprämie tatsächlich gezahlt, sind keine Versicherungskosten hinzuzurechnen. Tragen Sie in diesem Feld „0“ ein und vermerken Sie vorschriftsgemäß in der Zollwertanmeldung oder im Feld „Sonstige Angaben“ der Zollanmeldung „Nicht versichert“. Eine fiktive prozentuale Schätzung ist nicht erforderlich.

DDP „Bei DDP trage ich keinerlei Verantwortung“ Öffentlich-rechtliche Pflichten

DDP regelt lediglich, dass der Verkäufer die Kosten trägt. Nach Artikel 6 des Zollgesetzes ist der Zollschuldner der Empfänger, der Inhaber des Warenauslieferungsscheins oder der Besitzer der Waren. Diese öffentlich-rechtliche Stellung geht durch eine Kostenvereinbarung zwischen Käufer und Verkäufer nicht auf eine andere Person über.

Eigentum „Incoterms bestimmen, wann das Eigentum übergeht“ Regelungsumfang

Incoterms regeln den Eigentumsübergang überhaupt nicht. Ebenso wenig regeln sie Zahlungsbedingungen, Rechtsbehelfe bei Vertragsverletzungen oder das anwendbare Recht. Wann das Eigentum übergeht, richtet sich nach dem Kaufvertrag und dem anwendbaren Recht. Auch „Gefahrübergang“ und „Gefahrtragung“ sind rechtswissenschaftlich zwei unterschiedliche Fragen, die in der chinesischsprachigen Literatur häufig vermischt werden.

Bindungswirkung „Die Angabe FOB führt automatisch zur Anwendung der Incoterms“ Kein Gesetz

Incoterms werden von der privatrechtlichen Organisation ICC erarbeitet und sind kein völkerrechtlicher Vertrag; sie besitzen keine zwingende Bindungswirkung. Sie werden erst durch einvernehmliche Aufnahme in den Vertrag zu dessen Bestandteil. Wird nur „FOB“ ohne Versionsjahr angegeben, kann weiterhin Streit über die anwendbare Fassung entstehen. Die korrekte Formulierung lautet „FOB Kaohsiung, Incoterms® 2020“.

Fazit in einem Satz

Die Klauseln bestimmen, wer welche Aufgaben übernimmt, wer bezahlt und wann die Gefahr übergeht. Sie bestimmen weder den Eigentumsübergang noch die Zollwertermittlung und befreien Sie auch nicht von Ihrer Anmeldeverantwortung in Taiwan. Zudem akzeptiert die taiwanische Zollanmeldung nur 6 Preisbedingungen: Die vertraglich vereinbarte Klausel und die angemeldete Preisbedingung können daher durchaus voneinander abweichen.

Was hat sich bei Incoterms 2020 gegenüber 2010 geändert?

Wenn Ihre bestehenden Verträge oder Vorlagen Incoterms 2010 nennen, sollten Sie die folgenden Unterschiede beachten. Dabei gilt: Die ältere Fassung ist nicht ungültig geworden. Beide Parteien können weiterhin die Fassung 2010 vereinbaren, sollten das Versionsjahr jedoch ausdrücklich im Vertrag nennen. (Seit ihrer Erstveröffentlichung 1936 wurden die Incoterms mehrfach überarbeitet. Die Angaben zu frühen Überarbeitungsjahren weichen in verschiedenen Lehrmaterialien etwas voneinander ab; diese Seite führt sie daher nicht einzeln auf.)

DAT in DPU umbenanntKlauselbezeichnungDAT (Delivered at Terminal – Geliefert Terminal) aus der Fassung 2010 wurde in der Fassung 2020 durch DPU (Delivered at Place Unloaded – Geliefert benannter Ort entladen) ersetzt. Der Lieferort ist nicht mehr auf ein „Terminal“ beschränkt, sondern kann jeder vereinbarte Ort sein. Die Lieferung ist weiterhin erst mit abgeschlossener Entladung erfolgt.
Höherer Versicherungsschutz bei CIPVersicherungsumfangDie Mindestanforderung an den Versicherungsschutz bei CIP wurde von der Mindestdeckung der Fassung 2010 auf die umfassendere Deckung nach den Institute Cargo Clauses ICC(A) angehoben. Bei CIF bleibt die Mindestdeckung unverändert (unter Berücksichtigung der Praxis beim Seetransport von Massengütern). Die Anforderungen stimmen somit nicht mehr überein – diese Änderung wird besonders leicht übersehen.
Neue Option für An-Bord-Vermerk bei FCADokumenteBei FCA können Käufer und Verkäufer vereinbaren, dass der Käufer den Frachtführer anweist, dem Verkäufer ein Konnossement mit An-Bord-Vermerk auszustellen. Damit wird der langjährige Widerspruch zwischen einer FCA-Übergabe und der Akkreditivforderung nach einem On-board B/L gelöst.
Eigene Transportmittel zugelassenTransportorganisationBei FCA, DAP, DPU und DDP wird ausdrücklich anerkannt, dass die Parteien den Transport mit eigenen Transportmitteln durchführen können. Ein externer Frachtführer muss nicht zwingend beauftragt werden.
Sicherheitsbezogene Pflichten und Kosten präzisiertPflichten und KostenDie Zuständigkeit für Pflichten und Kosten im Zusammenhang mit Transportsicherheitskontrollen wird in den einzelnen Klauseln gesondert festgehalten und in den Kostenaufstellungen zusammengeführt. Dadurch sollen Streitigkeiten darüber verringert werden, wer eine bestimmte Sicherheitskontrollgebühr trägt.
Empfehlung für die Praxis

Geben Sie im Vertrag unbedingt auch das Versionsjahr an, beispielsweise „CIF Keelung, Incoterms® 2020“. Steht dort lediglich „CIF Keelung“, können im Streitfall unterschiedliche Fassungen geltend gemacht werden. Der unterschiedliche Versicherungsschutz bei CIP kann erhebliche finanzielle Folgen haben.

Welche Klausel eignet sich für Sammelversand über das Lager in Shenzhen?

Zunächst unser Leistungsumfang

HowBridge verfügt ausschließlich über ein Sammelversandlager in Shenzhen und ein Betriebslager in Taoyuan und bietet Sammelversand nur für China → Taiwan an. Wir haben keine Lager in Europa, Japan, Korea oder den USA und bieten für diese Regionen weder Sammelversand noch Einkaufs- oder Zahlungsdienste im Kundenauftrag an. Die Erläuterungen zu internationalen Handelsklauseln auf dieser Seite dienen der allgemeinen Information und bedeuten nicht, dass wir in diesen Regionen Dienstleistungen anbieten.

Für privaten Sammelversand und gewerbliche Einfuhren gelten unterschiedliche Zusammenhänge, die nachfolgend getrennt erläutert werden.

Private Kleinpakete im Sammelversand: Incoterms werden meist gar nicht benötigt

Incoterms regeln das Verhältnis zwischen Käufer und Verkäufer. Bei Bestellungen auf Taobao oder 1688 gehört der Versand vom Verkäufer zum Lager in Shenzhen zu einem innerchinesischen Geschäft, für das üblicherweise unmittelbar die Plattformregeln statt der Incoterms gelten. Der anschließende Transport vom Lager in Shenzhen nach Taiwan beruht auf einem Beförderungsvertrag zwischen Ihnen und dem Sammelversanddienstleister und fällt ebenfalls nicht unter Kaufvertragsklauseln. Beim privaten Sammelversand ist daher vor allem entscheidend, wer in der Zollanmeldung als Abgabenschuldner genannt ist (Sie selbst) und ob die angemeldeten Angaben den tatsächlichen Verhältnissen entsprechen.

Gewerbliche Einfuhr von Vollcontainern oder Massengut: Klausel und Transportart müssen zusammenpassen

Wenn Sie als Unternehmen bei chinesischen Lieferanten einkaufen und Vollcontainer einführen, werden meist EXW (Ab-Werk-Preis) oder FOB (einschließlich Ausfuhrzollabfertigung und Verladung an Bord) angeboten. Bei Vollcontainern empfiehlt sich FCA statt FOB: Der Container wird am Containerterminal übergeben und nicht erst unmittelbar am Schiff verladen. Der FCA-Lieferpunkt entspricht daher dem tatsächlichen Ablauf. Soll die andere Partei den Transport bis zu einem taiwanischen Hafen übernehmen, kommen CFR/CIF infrage. Beachten Sie jedoch, dass CIF nur einen Mindestversicherungsschutz vorsieht.

Unabhängig von der Klausel gilt in Taiwan die CIF-Abgabenbasis

Für die Praxis entscheidend: Ob Sie EXW, FOB oder CIF mit dem Verkäufer vereinbaren, der taiwanische Zoll ermittelt den Zollwert stets auf einer CIF-Basis einschließlich Fracht und Versicherung. Vergleichen Sie daher die Gesamtkosten bis zur Anlieferung (Warenpreis+internationale Fracht+Versicherung+Zoll+Umsatzsteuer+Inlandszustellung) und nicht nur den Stückpreis auf der Rechnung.

Worauf stützen sich diese Aussagen?

Für die Klauselinhalte dieser Seite sind die Incoterms 2020 der Internationalen Handelskammer (ICC) maßgeblich. Die taiwanische Zollpraxis wird anhand der geltenden Ausfüllhinweise und Pressemitteilungen der Zollverwaltung beschrieben; zur rechtlichen Einordnung und zu Anwendungsstreitigkeiten wird wissenschaftliche Literatur herangezogen. Nachfolgend sind die Quellen und der Umfang unserer jeweiligen Prüfung einzeln angegeben.

Regelwerke und amtliche Quellen (einzeln geprüft)

Wichtige Fakten und ihre Quellen

Wissenschaftliche Literatur und Forschungsarbeiten

Zur Anwendung der Incoterms und zur Überarbeitung ihrer neuen Fassung

Tsai Meng-chia (außerordentliche Professorin am Fachbereich International Business and Trade der National Chengchi University)・2010 (vermutlich)・„Trade Policy Review“, Ausgabe 14, Seiten 63–118

Die Darstellung der „Rechtsnatur der Incoterms“ auf dieser Seite stützt sich hauptsächlich auf diesen Beitrag. Er stellt ausdrücklich fest, dass Incoterms „weder ein völkerrechtlicher Vertrag noch zwingendes Recht sind und daher gegenüber den Vertragsparteien keine zwingende Bindungswirkung entfalten“; ihre Anwendung bedarf einer Vereinbarung der Parteien. ⚠️ Das Veröffentlichungsjahr ist eine Schätzung: Im PDF sind weder Veröffentlichungsjahr noch -monat abgedruckt. Diese Website hat das Jahr daraus abgeleitet, dass die jüngste Literaturangabe von 2010-5 stammt und Incoterms 2010 durchgehend als „Entwurf der neuen Incoterms“ behandelt wird. Vor einer formellen Zitierung sollten Band, Ausgabe und Erscheinungsdatum beim „Trade Policy Review“ überprüft werden.

Rechtliche Regelungen der ICC-Handelsklauseln 2020 (Incoterms® 2020’s New ICC International Trade Law)

Hsieh Tsung-hsing, Chiang Chung-yuan・2019・„Taiwan Ocean Law Review“, Band 27, Ausgabe 1, Seiten 1–27

Der Beitrag zeichnet die Bemühungen der ICC zur Vereinheitlichung internationaler Handelsklauseln seit den 1920er-Jahren nach und analysiert die Auswirkungen der Fassung 2020. Laut seiner Zusammenfassung sollte die Veröffentlichung der ersten Incoterms im Jahr 1936 die durch Vertragsverhandlungen entstehenden Transaktionskosten senken und internationalen Warenkaufverträgen mehr Stabilität und Vorhersehbarkeit verleihen. ⚠️ Die Redaktion dieser Website hat lediglich die bibliografischen Angaben und die Zusammenfassung gelesen, nicht den Volltext. Zudem wurde der Text dieser Zusammenfassung durch ein Suchwerkzeug sinngemäß wiedergegeben und entspricht nicht dem wörtlichen Original. Bitte prüfen Sie vor dem Zitieren die ursprüngliche Datenbank. Auch die Angaben zu Band und Heft dieses Eintrags unterscheiden sich zwischen den Suchportalen.

Zur Feststellung und Beurteilung des Zollwerts eingeführter Waren – am Beispiel des geltenden taiwanischen Bewertungssystems und des WTO-Zollwertübereinkommens

Yang Hsiao-yu (Betreuer: Ko Ger-jong)・2023・Masterarbeit, berufsbegleitender Masterstudiengang Wirtschaftsrecht, National Taiwan University

Die Arbeit entspricht unmittelbar dem Abschnitt „Lieferbedingungen → Zollwert“ dieser Seite. Ihre Zusammenfassung bezeichnet die Zollwertermittlung als „seit Langem einen der Streitpunkte zwischen Zoll und Abgabenschuldnern“. Der Volltext ordnet die Streitfragen anhand von 11 ausgewählten Gerichtsentscheidungen zur Zollwertermittlung eingeführter Waren und empfiehlt, das Verständigungsverfahren in Zollangelegenheiten ausdrücklich rechtlich zu verankern. Die Arbeit verdeutlicht: Der angemeldete Preis ist nur der Ausgangspunkt der Bewertung, nicht ihr Endpunkt. ⚠️ Diese Website hat nur die bibliografischen Angaben und die vollständige chinesische Zusammenfassung gelesen, nicht den Volltext.

Untersuchung zum Gefahrübergang im Kaufvertrag

Yang Kai-ming (Betreuer: Chen Tzu-chiang)・2021・Masterarbeit, Institut für Rechtswissenschaft, National Taiwan University

Die Arbeit stützt die Aussage dieser Seite, dass der Gefahrübergang eine eigenständige Frage ist. Ihre Zusammenfassung enthält eine beachtenswerte Korrektur: „Die chinesischsprachige Literatur geht derzeit überwiegend irrtümlich davon aus, dass der Gefahrübergang mit der Gefahrtragung zusammenhängt; tatsächlich sind beide voneinander unabhängig.“ Die Gefahrtragung betrifft ihrem Wesen nach die Bindungswirkung des Vertrags, der Gefahrübergang hingegen die Verteilung vertraglicher Nachteile. ⚠️ Diese Website hat nur die bibliografischen Angaben und die vollständige chinesische Zusammenfassung gelesen, nicht den Volltext.

Zum Eigentumsübergang bei internationalen Warenkaufverträgen

Tsai Lü-fa (Betreuer: Liu Tsung-jung; Mitbetreuerin: Wang Hsin-chun)・2011・Masterarbeit, Institut für Rechtswissenschaft, National Taiwan University

Die Arbeit stützt die Aussage dieser Seite, dass Incoterms den Eigentumsübergang nicht regeln. Dieser bildet eine eigenständige Rechtsfrage, die anhand des Kaufvertrags und des anwendbaren Rechts zu beurteilen ist und nicht aus den Lieferklauseln abgeleitet werden kann. ⚠️ Diese Website hat nur die bibliografischen Angaben und die Zusammenfassung gelesen, nicht den Volltext.

Grenzen der Quellenprüfung dieser Seite

Um keine übermäßig sicheren Angaben zu machen, erläutern wir hier, welche Überprüfungen für diese Seite nicht abgeschlossen werden konnten:
① Die Redaktion dieser Website hat den eigentlichen Regeltext der Incoterms® 2020 nicht gelesen (die ICC-Publikation ist kostenpflichtig und urheberrechtlich geschützt). Die konkreten Pflichten der einzelnen Klauseln werden auf dieser Seite anhand von Darstellungen in offiziellen taiwanischen Lehrmaterialien und wissenschaftlichen Veröffentlichungen wiedergegeben. Für die Spalte „Lieferung und Risikoübergang nach allgemeinem Verständnis“ enthalten die von dieser Website beschafften Quellen nur zu DPU, EXW und FCA ausdrückliche Angaben. Die übrigen Klauseln wurden nicht einzeln anhand des ICC-Regeltexts überprüft. Wenn Sie die vollständigen Pflichten unter A1–A10/B1–B10 einzeln nachprüfen möchten, erwerben Sie bitte die offizielle ICC-Regelausgabe.
② Die Jahresangaben zu früheren Überarbeitungen der Incoterms weichen in verschiedenen Lehrmaterialien voneinander ab (beispielsweise 1953 oder 1957 als Jahr der ersten Überarbeitung). Die Redaktion dieser Website konnte die offizielle ICC-Seite zur Geschichte nicht zur Klärung heranziehen. Daher legt sich diese Seite bei frühen Überarbeitungen nicht auf bestimmte Jahreszahlen fest.
③ Die Pressemitteilung der Customs Administration, Ministry of Finance vom 2019-12-11 liegt fast 7 Jahre zurück. Die Redaktion dieser Website hat anhand der aktuellen Ausfüllhinweise zu NX5105 überprüft, dass die „6 Preisbedingungen für den Einheitspreis“ weiterhin gelten (Prüfdatum: 2026-09-08). Das PDF mit den Ausfüllhinweisen enthält jedoch kein Versionsdatum; eine neuere Fassung kann daher nicht ausgeschlossen werden.
④ Taiwanische Gerichtsurteile zu Incoterms: keine gefunden. Mit der von dieser Website verwendeten Abfragemethode konnten im Suchsystem des Judicial Yuan keine Ergebnisse abgerufen werden. Deshalb trifft diese Seite keine Aussagen dazu, „wie taiwanische Gerichte Incoterms beurteilen“.
⑤ Bei den oben aufgeführten Abschlussarbeiten und Zeitschriftenbeiträgen hat die Redaktion dieser Website durchgehend nur die bibliografischen Angaben und Zusammenfassungen gelesen, nicht die Volltexte (mit Ausnahme des Beitrags von 蔡孟佳, dessen vollständiger Text von 56 Seiten gelesen wurde). Der Text der Zusammenfassung des Beitrags von 謝宗興 und 江崇源 wurde durch ein Suchwerkzeug sinngemäß wiedergegeben und entspricht nicht dem wörtlichen Original.
⑥ Diese Seite behandelt für keinerlei Waren die Versandzulässigkeit oder Einfuhrbestimmungen. Handelsklauseln regeln die Verteilung der Verantwortlichkeiten. Ob die jeweilige Ware eingeführt werden darf, ist eine separate Frage und muss gesondert beurteilt werden.

Häufige Fragen

Kann es Probleme geben, wenn im Vertrag nur „CIF Keelung“ ohne Versionsjahr steht?
Ja, das lässt Raum für Streitigkeiten. Mehrere Incoterms-Fassungen sind parallel verwendbar; die Inhalte derselben Klausel unterscheiden sich teilweise. Beispielsweise wurde der Mindestversicherungsschutz bei CIP in der Fassung 2020 erhöht, während CIF unverändert blieb. Ohne Versionsangabe können beide Parteien unterschiedliche Fassungen geltend machen. Empfehlenswert ist die vollständige Formulierung „CIF Keelung, Incoterms® 2020“.
Kann FOB bei Luftfracht verwendet werden?
Das ist nicht zu empfehlen und stellt eine Fehlanwendung dar. FOB gilt ausschließlich für See- und Binnenschiffstransporte. Der Gefahrübergang ist als „Verladung der Ware an Bord des Schiffes“ definiert. Bei Luftfracht gibt es keinen entsprechenden Zeitpunkt, sodass sich im Schadensfall die Verantwortung schwer zuordnen lässt. Für Luftfracht sollten FCA, CPT oder CIP verwendet werden.
CIF enthält bereits eine Versicherung – kann ich bei einem Schaden auf See direkt vom Verkäufer Ersatz verlangen?
Nein, Sie müssen sich an den Versicherer wenden. Bei CIF geht die Gefahr bereits mit der Verladung an Bord auf den Käufer über. Verluste auf See trägt der Käufer; der Verkäufer ist lediglich verpflichtet, die Versicherung abzuschließen und die Police zu übergeben. Zudem verlangt CIF nur einen Mindestversicherungsschutz, keine Allgefahrendeckung. Bestimmte Schäden können daher vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sein. Bei hochwertigen Waren empfiehlt sich eine zusätzliche Absicherung.
Der Verkäufer sagt, es gelte DDP und er übernehme die Abgaben – muss ich trotzdem noch etwas erledigen?
Sie müssen weiterhin eine Vollmacht zur Zollanmeldung erteilen. DDP ist eine Kostenvereinbarung zwischen Käufer und Verkäufer, während die Bevollmächtigung für die Zollanmeldung ein notwendiger Bestandteil des Zollabfertigungsverfahrens ist. Beides ist voneinander unabhängig.

Sie können die Vollmacht entweder online mit Identitätsprüfung oder in Papierform erteilen (die Vorschriften schreiben keine bestimmte App vor). Wird keine dieser beiden Formen der Bevollmächtigung abgeschlossen, kann der Zoll die Annahme der Zollanmeldung verweigern. Zudem ist nach Artikel 6 des Zollgesetzes der Empfänger Zollschuldner. Deshalb müssen Sie weiterhin prüfen, ob Warenbezeichnung und Preis in der Anmeldung den tatsächlichen Verhältnissen entsprechen. Einzelheiten finden Sie unter „Worin unterscheiden sich die vereinfachte und die reguläre Zollanmeldung?“.
Ist der Kauf direkt ab Werk mit EXW günstiger?
Der Angebotspreis ist niedriger, die Gesamtkosten bis zur Anlieferung sind es jedoch nicht unbedingt. Bei EXW trägt der Käufer sämtliche Kosten für Ausfuhrzollabfertigung, Inlandtransport, internationale Fracht und Versicherung. Die Ausfuhrzollanmeldung muss üblicherweise durch ein im Ausfuhrland ansässiges Unternehmen im eigenen Namen erfolgen und kann von ausländischen Käufern oft nicht selbst erledigt werden. Vergleichen Sie daher die Gesamtkosten bis zur Anlieferung statt nur den Stückpreis. Für grenzüberschreitende Geschäfte empfiehlt auch die ICC FCA anstelle von EXW.
Können Incoterms 2010 weiterhin verwendet werden?
Ja. Die ältere Fassung ist nicht ungültig geworden. Sie gilt, wenn beide Parteien im Vertrag ausdrücklich die Fassung 2010 vereinbaren. Beachten Sie dabei jedoch die Unterschiede zur Fassung 2020, insbesondere die Umbenennung von DAT in DPU und die abweichenden Anforderungen an den Versicherungsschutz bei CIP.
Im Angebot steht „DDU“ – was bedeutet das und worin liegt der Unterschied zu DDP?
DDU (Delivered Duty Unpaid) ist keine Klausel der aktuellen Incoterms mehr. Sie wurde bereits mit den Incoterms 2010 gestrichen und gehört nicht zu den 11 Klauseln der Fassung 2020. Ihre Funktion wurde von DAP übernommen (eine Übernahme der Funktion, keine Umbenennung). In der Branche wird DDU umgangssprachlich weiterhin häufig verwendet und bedeutet: „Der Verkäufer liefert an den Bestimmungsort, aber der Käufer trägt die Einfuhrabgaben.“ Genau dies regelt DAP.

Der Unterschied zu DDP liegt nur in einem Punkt: Wer trägt die Einfuhrabgaben und -gebühren? Bei DAP zahlt der Käufer, bei DDP der Verkäufer. Verwenden Sie in formellen Verträgen DAP oder DDP. Bei der Angabe DDU können Sie sich im Streitfall auf keine aktuelle Klausel berufen.
Ich habe mit dem Verkäufer FCA vereinbart – kann ich FCA direkt in die Zollanmeldung eintragen?
Nein. Die taiwanische Einfuhrzollanmeldung akzeptiert nur die sechs Preisbedingungen EXW, FAS, FOB, C&I, CFR und CIF. FCA muss vor der Anmeldung in eine davon umgerechnet werden.

Nach den Erläuterungen der Zollverwaltung gilt bei einer Anmeldung auf FOB-Basis: Da der Käufer unter FCA die Umschlag-, Lade- und Entladekosten nach Übergabe an den Frachtführer und vor Verlassen des Hafens trägt, muss er diese Kosten selbst hinzurechnen und im Feld „Hinzuzurechnende Kosten“ der Zollanmeldung eintragen. Fracht und Versicherung sind gesondert anzumelden. Fehlende Angaben führen zu einem zu niedrig angemeldeten Zollwert und können Abgabennachforderungen auslösen. Bei Unsicherheit über die Umrechnung kann für gewerbliche Einfuhren nach Artikel 36-1 des Zollgesetzes vor der Einfuhr eine Vorabprüfung des Zollwerts beantragt werden.

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Wir bieten Warenannahme im China-Lager, Konsolidierung, Schutzverpackung, grenzüberschreitenden Transport, Einfuhrabfertigung und EZ-WAY-Hilfe. Artikel und Route vor der Auswahl bestätigen.

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Verpflichtung zum rechtmäßigen Betrieb (taiwanesische Unternehmensregisternummer 57151105 · AEO-zertifizierter Partner-Zollagent)

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  • Grenzüberschreitenden Sammelversand (Seefracht / See-Express / Luftfracht)
  • Einfuhrverzollung über unseren AEO-zertifizierten Partner-Zollagenten
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  • Kundenservice in 14 Sprachen + Unterstützung bei der EZ WAY-Identitätsprüfung

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  • Zahlungen in RMB oder Fremdwährung in Ihrem Namen (nach § 29 des taiwanesischen Bankgesetzes dürfen nur Banken Geldwechsel- und Überweisungsgeschäfte betreiben)
  • Bestellung und Bezahlung im Ausland in Ihrem Namen (bitte nutzen Sie Ihre eigenen Zahlungswege)
  • Vorstreckung von Geldern oder Kreditkartenzahlungen in Ihrem Namen
Rechtmäßige Wege für grenzüberschreitende Zahlungen:
① Alipay mit Identitätsprüfung über den Taiwan Compatriot Permit ② Auslandsüberweisung via Wise oder WorldFirst ③ RMB-Konto bei der E.SUN Bank oder der CTBC Bank ④ Manche Verkäufer akzeptieren die direkte Zahlung mit VISA- oder Mastercard-Kreditkarten
Autoritative Quellen

Diese Seite zitiert primäre Quellen von Behörden, Justiz und Wissenschaft aus dem Zollreferenzindex von HowBridge (1 171 Einträge). Jeder Eintrag verweist auf die Originalquelle.

Datenstand des Referenzindex: 2026-08-16